13-jähriger Kongolese im Steinbruch: Die Finanzkrise macht die harten Zeiten in Afrika noch härter.
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Südafrikas Bischof Desmond Tutu glaubt an das Gute im Menschen und in der Politik. »Ein Versprechen ist etwas Heiliges. Es ist ein Ausdruck von Größe, wenn man Anstrengungen unternimmt, es zu halten und die G8-Staaten, die das tun, verdienen Anerkennung.« Doch selbst Tutu kann angesichts der normativen Kraft des Faktischen seine Enttäuschung nicht verhehlen: »Es macht mich traurig und wütend, dass so große Nationen wie Italien und Frankreich einen falschen Weg beschreiten und wir sollten den kommenden G8-Gipfel ermutigen, das Richtige und das Bessere zu wählen.« Sein Wort in die Ohren der Mächtigen.
Nach dem am Donnerstag in Berlin und London unter Beisein des Schirmherren der Organisation ONE, Desmond Tutu, vorgestellten DATA-Bericht zahlten die sieben führenden Industrienationen USA, Deutschland, Großbritannien Frankreich, Italien, Kanada und Japan lediglich sieben Milliarden US-Dollar zusätzlich. Zugesagt sind bis 2010 aber 21,5 Milliarden. Russland, jüngstes und ärmstes G8-Mitglied, hatte sich von vornherein Zusagen enthalten.
Deutschland hat dem DATA-Bericht zufolge bisher 31 Prozent seiner Zusagen erfüllt. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sicherte zu, die Bundesregierung werde die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit wie vereinbart bis 2010 auf 0,51 Prozent und bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens steigern. 2008 lag der Anteil bei 0,38 Prozent (13,9 Milliarden US-Dollar). Ob sie diese Position bei den Haushaltsberatungen am 24. Juni durchsetzen kann, steht freilich ebenso in den Sternen wie ihre Zukunft als Ministerin nach den Bundestagswahlen im September.
Immerhin bekam nicht das hinterherhinkende Deutschland, sondern Frankreich und Italien, die komplett neben der Spur liegen, ihr Fett weg. »Das schwache Abschneiden der beiden Länder ist zu 80 Prozent dafür verantwortlich, dass die G8-Staaten als Ganzes so deutlich hinter ihren Zusagen zurückbleiben«, machte der Deutschlandchef von ONE, Tobias Kahler, gestern in Berlin deutlich. Jenseits der Entwicklungspolitik fand Kahler auch deutliche Worte für die Politik der Industriestaaten generell: Mit ihrer Handelspolitik hemmten die Industriestaaten die Entwicklung des afrikanischen Kontinents und konterkarierten alle sonst lobenswerten Bemühungen. Jüngstes Beispiel dafür seien die aktuellen EU-Exportsubventionen für Milchprodukte, »Perspektivlose Fischer in Westafrika wurden Schlepper. Perspektivlose Fischer in Somalia wurden Piraten.«
Die düsteren Perspektiven beschränken sich in der Weltwirtschaftskrise freilich nicht auf die Fischer. Vor dem heutigen Welttag gegen Kinderarbeit betonte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, trotz großer Fortschritte in den vergangenen Jahren »müssen wir noch viel tun«. In dasselbe Horn blies die Internationale Arbeitsorganisation (ILO). Wegen der weltweiten Wirtschaftskrise geraten nach UN-Angaben mehr Kinder unter Druck, durch Arbeit zum Familieneinkommen beizutragen. Laut ILO nimmt die Kinderarbeit in armen Ländern auch deshalb zu, weil Überweisungen von Gastarbeitern in Industrieländern zurückgehen oder ausbleiben. Zudem kürzten viele Entwicklungsländer ihre Bildungsbudgets. Die Kinder müssten früher die Schulen verlassen und ins Arbeitsleben einsteigen. Mädchen seien durch die globale Krise besonders gefährdet.
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